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Freudiges Treffen mit Gerlinde Kretschmann auf der Landesgartenschau in Neuenburg

Ein freudiges Treffen mit Gerlinde Kretschmann und ihren Schwestern konnten in privater Atmosphäre die LandFrauenvertreterinnen aus den Bezirksvorstandsteams der Bezirke Müllheim, Lörrach und Freiburg erleben. Bei einem gemütlichen Sektumtrunk tauschte man sich über aktuelle Themen und Zukunftsthemen im ländlichen Raum miteinander aus.

Als Gastgeber der Landesgartenschau war Bürgermeister Joachim Schuster anwesend in der außergewöhnlichen Damenrunde. Zu Beginn widmete sich Gerlinde Kretschmann wertschätzend mit viel Lob und Dank für das Engagement aller LandFrauen. Die Vielseitigkeit, die Talente, das Kümmern um gesellschaftliche Themen beeindruckte sie schon immer. Sie erzählte über das LandFrauenleben Ihrer Mutter, wie Ihr Vorbild sich ehrenamtlich zu engagieren, dies für alle Geschwister von Gerlinde Kretschmann eine Selbstverständlichkeit war und ist.

Susan Fader Bezirksvorsitzende des Bezirks Müllheim, der auch den LandFrauenstand während der Landesgartenschau betreut, erörterte die Situation der pflegenden Berufe, die ärztliche Versorgung auf dem Land, der fehlende Nachwuchs in allen Bereichen. Als selbstständige Physiotherapeutin erfährt sie täglich um die Mängel im Gesundheitssystem und der Druck, der in allen pflegenden Bereichen existiert.

Beim Thema Ehrenamt appellierte Bezirksvorsitzende des Bezirks Freiburg und Präsidiumsmitglied des LandFrauenverbandes Südbaden Christiane Wangler die Ehrenamtskarte in Baden-Württenberg zeitnah praktisch umzusetzen. Wohlgemerkt in anderen Bundesländern gibt es diese Karte schon länger. Diese Form der Anerkennung des Ehrenamtes wäre eine Chance auch junge Menschen fürs Ehrenamt zu begeistern. Engagierte könnte ein kleiner Ausgleich geschaffen werden, indem kulturelle Auszeiten vergünstigt nutzbar werden. Die Coronapandemie hatte viel Unterstützung von Ehrenamtlichen in unterschiedlichsten Formen eingefordert. Die Gesellschaft wird in Zukunft das bürgerschaftliche Engagement für ein gutes gemeinsames Miteinander benötigen.

Das Interesse für die landwirtschaftlichen Themen war in der Runde groß.

Die Schwestern wuchsen selbst auf einem Bauernhof auf und so prägte sie die Landwirtschaft. Ingrid Reisle und Iris Willmann vom Bezirk Lörrach sind beide in der Landwirtschaft tätig und schilderten Ihre Situationen der fehlenden Hofnachfolge, den Preiskampf bei der Obstvermarktung, Mindestlohn und die immer weniger werdenden bewirtschafteten Flächen. Als Winzerin vom Kaiserstuhl sprach Christiane Wangler dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann Dank aus, dass er seine Position für die Schutzgebiete und dem nötigen Pflanzenschutz in Bezug des Volksbegehrens 2019 äußerte. Dadurch war eine große Erleichterung für die BewirtschafterInnen der betroffenen Gebieten wie die des Kaiserstuhls zu spüren.

 

Nach dem erfolgreichen Volksantrag „ Gemeinsam unsere Umwelt schützen in Baden-Württemberg“ ,dem Gesellschaftsvertrags und dem Biodiversitätsstärkungsgesetzes stellen die aktuellen EU- Verordnungen zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln erneut die Zukunft vieler Obst-,Wein- und GemüsebäuerInnen in Frage. Die Verbraucherbildung bei Ernährung und Einkauf regionaler saisonaler Erzeugnisse setzte den Gesprächskreis zum Ende hin fort. Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger, Schwester von Gerlinde Kretschmann, berichtete als ehemalige Kindergartenleiterin wie wichtig die Aufklärung „Wo unser Essen herkommt“ auch schon im Kindergarten ist. Die gesamte Runde war sich einig, dass jeder dazu beitragen kann, wo wir in Zukunft unsere Lebensmittel beziehen werden.

Jeder, der die heimische Landwirtschaft unterstützt sichert Existenzen vor Ort und trägt durch kurze Lieferwege positiv dem Klima bei. Die Auflagen der regionalen Erzeugung von Lebensmittel hat einen sehr hohen Standard , den man außerhalb unserer Grenzen nicht lückenlos ersehen kann. Die soziale Frage, wer wie in einem anderen Land zu welchen Bedingungen für unsere Lebensmittel arbeitet ist fragwürdig. Und inzwischen sind die langen Lieferwege nicht nur verteuert, sondern ökologisch kaum mehr vertretbar.

Im Anschluss beleuchtet wurde der öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum, zum jetzigen Zeitpunkt (Ende des Monats) die fehlende Info der Nachfolge des  9€ Tickets und die Erkenntnis das Ehrenamt eine nötige Voraussetzung der Mobilität mit sich bringen muss.

Das Treffen wurde mit einem Gästebucheintrag der Anwesenden im Gästebuch Müllheimer LandFrauen besiegelt.

Die LandFrauen bedankten sich bei den aufmerksamen ZuhörerInnen ,Gerlinde Kretschmann und Ihren Schwestern für Ihr aufrichtiges Interesse an den vielfältigen Tätigkeitsfeldern der LandFrauen.

 

Christiane Wangler 31.8.2022